Barbara Karlich Show vom 13.05.2019

Mein Leben im Rotlichtmilieu

Welche Beweggründe stecken dahinter, ein Leben im Rotlichtmilieu einem bürgerlichen Leben zu bevorzugen? Geschieht dies aus freien Stücken oder begünstigt oft auch eine kriminelle Vergangenheit oder der Einfluss von falschen Freunden den Einstieg ins Milieu? Und wie kann es gelingen, dem Rotlichtmilieu wieder den Rücken zu kehren und ein normales Leben zu führen.

© ORF
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Karolina, 73, Versicherungsmaklerin i. Pension aus Deutschland,
wuchs in der Nachkriegszeit auf und fügte sich über viele Jahrzehnte den gesellschaftlichen Erwartungen. Mit fünfzig Jahren hat sie ihren Traum verwirklicht, wie sie erzählt. „Ich hatte es satt, immer nur angepasst zu leben. Deshalb brach ich aus meinem persönliches Gefängnis aus und wurde Domina.“ Über ihre Entscheidung sagt sie: „Ich musste erste einmal fünfzig werden, um das zu machen, worauf ich wirklich Lust habe.“

Jo, 75, Pastor aus der Schweiz,
war vierzehn Jahre lang als Zuhälter tätig. „Ich war ein Berufsverbrecher und habe zehn Jahre meines Lebens im Gefängnis verbracht. Deshalb kenne ich auch das Rotlichtmilieu wie meine Westentasche.“ Mit dreißig hatte er ein prägendes Erlebnis. „Im Gefängnis kam ich mit einer christlichen Gruppierung in Kontakt, die mir den Weg zu Gott zeigte.“ So begann er ein neues Leben als Pastor und Sozialarbeiter. „Ich bereue diese Zeit nicht, denn ich wäre heute nicht der Mensch, der ich bin.“