Barbara Karlich Show vom 08.01.2019

Zivilcourage: Ich habe mich selbst in Gefahr gebracht

Ob Handgreiflichkeiten in der Öffentlichkeit, Diebstähle oder Unfälle – im Alltag gibt es viele Situationen, die ein bewusstes couragiertes Eingreifen erfordern, ohne dabei den Helden spielen zu müssen. Wie handelt man in verschiedenen Situationen richtig? Wann kann bewusstes Eingreifen gefährlich werden? Und wann ist Handeln erforderlich, um anderen Menschen zu helfen?

© ORF
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Ruth, 70, Immobilienmaklerin in Pension aus der Steiermark,
weiß sich zu helfen: „Ich trage stets eine Pfeife bei mir. Gerate ich in eine Notsituation, weiß ich genau, was zu tun ist. Ich muss Lärm machen und selbstsicher auftreten.“ Dass Ruth mutig ist, hat sie schon bewiesen: „Zwei Diebe haben bei mir im Geschäft Socken gestohlen. Ich bin ihnen nachgestürmt und habe sie zurückgefordert. Zivilcourage und Hilfe von anderen habe ich dabei nicht erfahren“.

Philipp, 36, Pizza-Lieferant aus Niederösterreich,
hat einem Menschen das Leben gerettet: „Als ich eine Pizza ausgeliefert habe, hörte ich eine junge Frau schreien: „Mama, halt dich fest!“ Ich drehte mich um und sah, wie eine Frau versuchte, sich am Fenster festzuhalten.“ Philipp reagierte sofort: „Ich wusste, wenn ich zögere, ist es zu spät.“ Er stellte sich unter das Fenster und fing die Frau auf. Sein Einsatz kostete ihm einen gebrochenen Arm und einen langen Arbeitsausfall.