Barbara Karlich Show vom 21.09.2018

Ich habe Angst etwas versäumt zu haben

Manche stecken der Familie wegen viele Jahre zurück und vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse. Bis irgendwann der Moment kommt, wo sie die Versäumnisse nachholen wollen. Andere leben zeitlebens nach ihren eigenen Vorstellungen, ohne Rücksicht auf irgendjemanden zu nehmen. Wer sein Leben voll auskostet, wird oft mit dem Vorwurf konfrontiert, egoistisch zu sein. Die Gäste der heutigen Sendung diskutieren darüber, ob es tatsächlich egoistisch ist, seine Ziele konsequent zu verfolgen und wie man damit umgeht, wenn man mit dem Gefühl leben muss, etwas versäumt zu heben.

© ORF
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Lore, 59, Trainerin im Bildungsbereich aus Salzburg,
hat immer versucht, ihre Träume zu verwirklichen: „Ich wollte mein Leben genießen und habe nichts ausgelassen.“ Lore ist auch Mutter, dennoch musste sie nie zurückstecken: „Meine Tochter ist ab dem dritten Lebensjahr bei den Eltern meines Exmannes aufgewachsen. Ich habe sie jedes Wochenende gesehen.“ Das ermöglichte ihr auch einen mehrjährigen Segelturn: „Ich bin mit meinem zweiten Exmann drei Jahre lang um die Welt gesegelt. Meine Tochter war damals zwölf Jahre alt und wir hatten in dieser Zeit keinen Kontakt.“

Daniela Zeller, 41, Kommunikationsexpertin und Unternehmerin aus Wien,                   
träumte lange davon, später einmal Mutter zu werden: „Doch irgendwie fühlte ich mich nie reif genug für ein Baby.“ Die ehemalige Ö3-Weckerlady setzte sich daher selbst eine Altersgrenze: „Als ich 38 Jahre alt war, wusste ich, ich würde kinderlos bleiben. Jetzt fühle ich mich zu alt dafür, außerdem habe ich meine Firma, die ich wie ein Baby pflegen muss.“ Auch wenn sie lange das Gefühl hatte, etwas zu versäumen, ist sie heute glücklich, wie sie erzählt: „Ich kann mich auf meine Arbeit fokussieren. Außerdem kann ich mit meinen Nichten und Neffen spielen, wann immer mir danach ist.“