Barbara Karlich Show vom 02.01.2019

 Meine Vergangenheit lässt mich nicht los    

Wiederholungssendung vom 11.06.2018

Das sagen einige von Barbaras Gästen, die gerne mehr über ihre Herkunft erfahren möchten. Manche sind oder waren auf der Suche nach ihren Wurzeln und erforschen die Lebensgeschichten ihrer Eltern nach Verschwiegenem, andere suchen  nach engen Angehörigen, die sie nie kennen gelernt haben, denn die Vergangenheit wirkt sich, so sind sie überzeugt, bis in die Gegenwart aus.

© ORF
© ORF

Erik Schinegger, 69, Schischulbesitzer aus Kärnten,
weiß, dass ihn seine Vergangenheit für immer begleiten wird. „Ich bin als Frau aufgewachsen, war genetisch aber schon immer ein Mann. Das wusste ich aber sehr lange nicht.“ In den 1960er Jahren war er, damals noch als Erika, Teil des österreichischen Skiteams. „Ich gewann im Jahre 1966 sogar den Weltmeistertitel im Abfahrtslauf der Frauen.“ Durch einen Gentest, den damals alle Sportler machen mussten, stellte sich heraus, dass er ein Mann ist. „Anfangs war es ein Schock, aber ich entschied mich dann zu einer Operation.“ Seither lebt er als Mann. „Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Von da an war ich glücklich und fühlte mich wohl in meinem Körper.“

Gerhard, 70, Prokurist in Pension aus Niederösterreich,
hat als erwachsener Mann erfahren, dass er als Sohn eines russischen Besatzungssoldaten geboren wurde. „Mit 58 Jahren haut dich nicht mehr viel um. Aber das war eine schöne Überraschung!“ Über seine Kindheit sagt er: „Ich bin bei meiner Großmutter aufgewachsen, die Mutter hat ja arbeiten müssen.“ Er konnte seinen Vater auch noch kennenlernen. „Er suchte mich über eine russische Talkshow. Ich erfuhr davon und ein paar Tage später konnte ich ihn in Moskau endlich in die Arme schließen.“