Barbara Karlich Show vom 28.12.2018

Tradition und alte Werte werden in unserer Familie hochgehalten

Wiederholungssendung vom 04.06.2018

Nicht nur in adeligen Kreisen, auch in manch anderen Familien und unzähligen Vereinen wird die Weitergabe von Althergebrachtem gepflegt. Macht es Sinn altes Brauchtum so am Leben zu erhalten, wie es in der Vergangenheit getan wurde und an überlieferten, aber nicht mehr zeitgemäßen Werten festzuhalten, oder sollte man sie auch darauf hin überprüfen, ob sie mit modernen Vorstellungen vereinbar sind?

© ORF
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Paul, 50, Versicherungsmakler aus Wien,
sagt: „Meine guten Umgangsformen wurden mir in die Wiege gelegt“. „Ich stamme aus einer alten Adelsfamilie. Respekt gegenüber der Familie und der Handkuss sowie Höflichkeit gehören für mich zur Tradition“. Paul, der mit acht Geschwistern aufwuchs, wäre ein echter Graf, wenn es Adelstitel noch geben würde. Er nutzt seinen Titel aber nur mehr in „gewissen Kreisen“. „Ich fühle mich eher zu Familien hingezogen, die ähnliche Werte und Traditionen pflegen wie ich. Zum Beispiel ist in Adelskreisen, wenn man heiratet, eine gewisse Etikette vorgegeben, deshalb habe ich auch im Cut geheiratet.“

Verena, 36, Nageldesignerin aus Niederösterreich,
sagt: „Ich werde permanent falsch eingeschätzt“. Mit 30 Jahren hat sie sich in eine Frau verliebt und ihren Mann verlassen. „Außerdem bin ich tätowiert, habe zwei Kinder und bin inzwischen mit meiner Frau verheiratet“. Von Tradition hält sie viel. „Ich feiere mit meinen Kindern genauso Weihnachten und Ostern, bemale sogar mit ihnen Eier. Das sind auch meine steirischen Wurzeln, ich habe es selbst auch so erlebt. Bitte und Danke gehört für meine Kinder dazu und ich achte darauf, dass gemeinsam gegessen wird, was nicht so leicht ist, weil meine Frau und ich berufstätig sind.“