Barbara Karlich Show vom 06.12.2017

Ausgewandert: Das hatte ich davon  

Ein Leben in fernen Ländern, mit Möglichkeiten, die sich zu Hause nicht bieten – das  klingt vielversprechend und verlockend.  Nicht wenige Menschen träumen daher davon, in die Ferne zu ziehen, doch nur wenige fassen den Entschluss, es wirklich zu tun. Einige Mutige, die diesen großen Schritt in ein neues Leben gewagt haben, erzählen heute, wie es ihnen dabei ergangen ist.

© ORF
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Rudi, 79, Inhaber einer Fleischerei in Pension aus dem Burgenland,
ist 1960 nach Amerika ausgewandert: „Ich hatte nicht viel Geld und konnte kaum Englisch. Trotzdem habe ich den Schritt gewagt und bin nach New York gezogen.“ Die Liebe war der Grund, weshalb Rudi ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten wollte: „Einige Verwandte meiner Frau lebten bereits in Amerika und halfen mir dabei, eine Existenz zu gründen.“ Seit dem Tod seiner ersten Frau und dem Antritt der Pension ist Rudi immer wieder gerne im Burgenland auf Besuch: „Den Rest des Jahres verbringe ich in Florida oder New York. Je nachdem wo es mich gerade hin verschlägt.“

Maria, 72, Krankenschwester in Pension aus der Schweiz,
ist in einem sehr konservativen und gläubigen Elternhaus aufgewachsen. „Ich wolle nicht heiraten, deshalb bin ich ins Kloster gegangen und Nonne geworden.“ Als Nonne lebte sie u.a. achtzehn Jahre in Frankreich und zwei Jahre in Thailand: „Ich lernte viele verschiedene Menschen kennen und war anfangs geschockt von der liberalen Lebensweise. Dann lernte ich schnell, dass auch Menschen, die nicht religiös sind, nette und vor allem gute Menschen sein können. Auch ich wurde viel offener und bin daher nach 24 Jahren aus dem Orden ausgetreten.“