Barbara Karlich Show vom 18.05.2018

Der Glaube hat mein Leben fast zerstört    

Barbaras Gäste haben ganz unterschiedliche Erfahrungen mit allen möglichen Formen des Glaubens gemacht. Während die einen erzählen, dass ihre Mitgliedschaft in Kirchen oder Sekten ihr Leben äußerst negativ beeinflusst hat, berichten andere davon, dass ihr Glaube sehr bereichernd für sie war und ist.

© ORF
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Patrick, 34, Tischler aus Kärnten,
wuchs in einer katholischen Familie auf. Als er fünf war, sind seine Mutter und sein Stiefvater einer Glaubensgemeinschaft beigetreten. „Mein Stiefvater wurde richtig fanatisch und legte die Latte sehr hoch. Wir mussten uns alle überdurchschnittlich für die Gemeinschaft engagieren.“ Er war lange ein aktives Mitglied und verbrachte viel Zeit damit ihre Lehre zu verbreiten. „Doch dann begann ich auf Partys zu gehen, Frauen kennenzulernen und Alkohol zu trinken.“ Er begann ein Doppelleben zu führen. „Mir wurde endlich klar, dass die Gemeinschaft nichts Gutes mit sich brachte und trat aus.“ Er musste sich ein komplett neues Leben aufbauen und hat bis heute Kontakt zu seinen Eltern.

Dietmar, 54, AHS-Lehrer aus Wien,
kam bereits mit 14 zum ersten Mal in Berührung mit einer umstrittenen Organisation der katholischen Kirche. „Junge Menschen werden in einer Phase des Suchens erwischt und in einen sogenannten Jugendclub eingeladen. Da beginnt bereits die Gehirnwäsche.“ Seine Beichte wurde dazu benutzt, um ihn zu einem Beitritt zu überreden. „Schnell musste ich dann auch etwas unterschreiben, mit dem ich mich dazu verpflichtete meine Einnahmen an die Organisation abzugeben.“ Seine Eltern durften davon nichts wissen. „Insgesamt verlor ich dadurch fast 54 000 Euro und wenn ich nicht neun Jahre später ausgetreten wäre, wäre mein Leben wohl zerstört worden.“