Barbara Karlich Show vom 12.01.2018

Ihr solltet mehr auf uns Großeltern hören

Wie weit dürfen sich Großeltern in die Erziehung ihrer Enkel einbringen?  Sollen  sich Oma und Opa immer an die von den  Kindeseltern aufgestellten Regeln halten, oder dürfen sie den Enkelkindern auch ihre eigenen Werte und Normen vermitteln?

© ORF
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Aloisia, 66, Bürokauffrau in Pension aus Wien,
hat einen Sohn, der Alleinerzieher von drei Kindern ist: „Mein Einsatz ist vor allem bei den zwei Kleinen oft gefragt. Manchmal fühle ich mich wie eine Ersatz-Mama. Ich muss sie zum Aufräumen auffordern und sie oft zurecht weisen.“ Das kommt bei Aloisias Enkeln nicht immer gut an: „Lange Zeit wurde ich nur noch als ´Zickenoma´ bezeichnet.“ Aloisia meint, dass sie ihrem Sohn unter die Arme greifen muss: „Mein Sohn sieht gewisse Dinge nicht – das ist typisch Mann. Er bemerkt erst, dass die Jacke für meine Enkel bereits zu klein ist, wenn die Ärmel bis zum Ellbogen gehen.“ Deswegen sieht sie es als absolute Notwendigkeit als Großmutter bei Bedarf einzugreifen.

Wolfgang, 61, Bauleiter aus Salzburg,
ist nicht immer einer Meinung mit seinem Adoptivkind: „Als Opa hat man oft eine andere Sicht. Teilt man dies seinen Kindern mit, kommt es oft wie eine unterschwellige Kritik an.“ Auch bei seiner Schwiegertochter hat er etwas anzumerken: „Sie sind wirklich tolle Eltern, aber für meinen Geschmack handelt sie manchmal zu intensiv.“ Einen Wunsch hätte Wolfgang: „Ich würde gerne öfter nach Rat gefragt werden, auch wenn ich als Opa ziemlich weit weg von meinen Enkeln wohne. Er erinnert sich gern an seine Kindheit und meint: „ Meine Großeltern haben für mich auch eine große Rolle gespielt.“